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    Ortsspaziergang Bad Deutsch-Altenburg

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    Die Marienkirche und der Karner

    Die imposante Marienkirche  360°VR soll 1028 durch den Hl. Stephan, dem ersten christlichen König Ungarns auf einem dem Kirchenberg vorgelagerten Felsstock gegründet worden sein. Zu dieser Zeit gehört das Gebiet nach wechselvollen Kriegen nämlich zu Ungarn. Die Büste des Stifters steht im Park unweit der Kirche.

    1213 wird die Marienkirche von den Brüdern Alban und Johann Dörr im romanischen Stil erweitert. Die beiden kleineren Seitenschiffe sind vom imposanten Mittelschiff durch Pfeiler und Rundbögen getrennt. Ein Zubau am südlichen Seitenschifft dient heute als Taufkapelle. Vermutlich im 14. Jahrhundert entsteht der fast 30 Meter hohe Westturm im frühgotischen Stil. Seine Architektur ist in unserer Region einzigartig – bitte beachten Sie die mit Musikinstrumenten verzierten Giebelfigürchen!

    Um 1400 erhält die Kirche ihr endgültiges Aussehen, das bis heute fast unverändert ist. Für den Innenraum gilt das jedoch nicht: durch einen Brand wird 1774 die barocke Inneneinrichtung zerstört. Ihre heutige schlichte Gestaltung entsteht erst im 20. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert sind die aufwändigen Glasgemälde-Fenster im Chor.

    Gleich neben der Kirche befindet sich der Karner aus dem 13. Jahrhundert, der heute als Aufbahrungshalle genutzt wird. Sein von italienischen Bauwerken inspiriertes fünfstufiges Trichterportal ist besonders eindrucksvoll und besteht aus zwölf verschiedenen Gesteinen.

    Bad Deutsch Altenburg blickt auf eine lange Wallfahrtsgeschichte zurück, die bis heute anhält. So ist es lange Zeit üblich, dass die Dominikaner regelmäßig von Wien hierher pilgern. Allerdings gerät diese Tradition unter anderem durch Pest und Türkenkriege kurzzeitig in Vergessenheit. Das ändert sich schlagartig im Jahr 1695: Papst Innozenz III verspricht nämlich allen Gläubigen, die die Marienkirche oder den Karner besuchen, für die nächsten sieben Jahre einen Ablass aller Sünden. Für viele Pilger wohl eine einmalige Gelegenheit!

    Foto, Text © Margit Neubauer