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    Ortsspaziergang Bad Deutsch-Altenburg

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    Reichsgott Jupiter

    und seine Kultstätte am Pfaffenberg

    Sie erinnern sich doch sicher an die „Pfaffenberg-Galerie“ in unserem schönen Kurpark? Die Geschichte dieser einzigartigen römischen Kultstätte ist überaus spannend:

    Der Pfaffenberg ist ein westlicher Ausläufer der Hundsheimer Berge und besteht aus hartem Kalkstock, der seit der Römerzeit bis heute intensiv als Steinbruch genützt wird. Kaum etwas weist noch auf seine einstige Bedeutung als Götterberg Carnuntums hin.

    In der Antike aber spielt der Pfaffenberg - ähnlich wie der Kapitolshügel in Rom - die Rolle des Stadtberges der römischen Provinzhauptstadt Carnuntum. Auf dieser einst weithin sichtbaren, heute durch den Steinbruch zerstörten, Anhöhe errichten die Römer eine Kultstätte für den obersten Reichsgott Jupiter sowie für den Kaiserkult. Diese wird von einem vierköpfigen Priesterkollegium geleitet. Das Ensemble umfasst damals mindestens zwei Jupitertempel, einen Versammlungsbau, zahlreiche Kaiser- und Jupitersäulen und ein kultisches Amphitheater.

    Die Ruinen und Funde des Tempelbezirkes auf dem Pfaffenberg können in der Zeit von 1970 - 1985 durch Rettungsgrabungen der Universität Wien und des Österreichischen Archäologischen Instituts für die Nachwelt gesichert werden. Bei diesen Grabungen kommen unzählige Inschriften, Überreste von Jupiterstatuen, Skulpturen, Altäre, Säulen und Pfeiler ans Tageslicht.

    Auch das Denkmal des thronenden Jupiters am Hauptplatz von Bad Deutsch Altenburg ist eine nach antiken Funden naturgetreu nachgebildete Jupiter-Säule. Diese soll symbolisch an den einstigen Kult am Pfaffenberg erinnern. Hier, hoch über dem Donaustrom, nahm er einst seinen Platz ein, als Beschützer einer der bedeutendsten Städte des römischen Imperiums - Carnuntum.

    Schön, dass Sie uns auf dem Bad Deutsch Altenburger Ortsspaziergang begleitet haben. Jetzt haben Sie sich eine kleine Rast in einem unserer netten Gasthäuser, Cafés oder Heurigenbetriebe redlich verdient!

    Foto © Gerhard Sindelar, beyondarts.at, connecting culture and tourism

    Text © Margit Neubauer