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    Ortsspaziergang Bruck an der Leitha

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    Die umkämpfte Grenzstadt Bruck

    An dieser Stelle hat man einen herrlichen Blick auf den Stadtgraben und die Stadtmauer. Sie haben schon gehört, dass Bruck mit ihrer ringförmigen Wehranlage und den 4 Stadttoren planmäßig um 1200 errichtet wurde. Man nimmt aber an, dass sich davor schon um die Jahrtausendwende eine ummauerte Siedlung befand – Ascherichesbrugge – die außerhalb der heutigen Stadtmauer lag.

    Die ursprünglich gut 1.800 m lange Stadtmauer mit Wehrtürmen und Stadtgraben ist zu cirka 80 % intakt und Bruck zählt damit zu den besterhaltenen Stadtmauernstädten Österreichs.  An der Wehranlage wird über Jahrhunderte gebaut. Sie ist zu Beginn mit Zinnen ausgestattet, die später zu Schießscharten umgestaltet werden.

    Der Stadtgraben kann bei Gefahr geflutet werden, in Friedenszeiten wird das Wasser wieder abgelassen und der Graben trockengelegt. Bis vor wenigen Jahrzehnten wird er als Obst-, Gemüse- und Blumengarten genutzt und die Produkte von den Gartenbesitzern häufig am Markt verkauft.

    Von den drei Stadttürmen, die noch erhalten sind, sind an dieser Stelle zwei gut zu sehen: der Wiener Turm links wird für Ausstellungen und Vernissagen genutzt. Der Pulverturm rechts ist privat bewohnt, so wie auch viele Privathäuser in Bruck direkt an die Stadtmauer angebaut sind. Die Besitzer sind verpflichtet, sich um den Erhalt der historischen Gemäuer zu kümmern.

    Die Grenzstadt Bruck muss zahlreiche Bewährungsproben überstehen: Belagerungen und kriegerische Auseinandersetzungen, insbesondere mit den benachbarten Ungarn, aber auch mit Türken und Kuruzzen finden mehrfach statt. Besonders kritisch wird es im Jahr 1484, als die Stadt vom ungarischen König Matthias Corvinus erobert wird, aber zum Glück nicht allzu lange: Sechs Jahre später unternimmt Kaiser Maximilian I. einen Feldzug gegen Ungarn und kann Wien, Wiener Neustadt und auch Bruck für die Habsburger zurückgewinnen.

    Text © Margit Neubauer

    Foto: Vogelschau von Bruck Anfang 17. Jh. , Ölgemälde eines unbekannten Künstlers in Schloss Prugg © cc, public domain