• select language
  • zoom in zoom out
    back

    Ortsspaziergang Bruck an der Leitha

    share
    share
    font + font -

    Die Synagoge Bruck an der Leitha


    Rettung durch eine Verwechslung

    Nach aktuellen Abschätzungen wurde die Synagoge um 1300 errichtet. Bis jetzt wurden keine Aufzeichnungen über Judenverfolgungen in Bruck im Mittelalter gefunden, es kann aber angenommen werden, dass die jüdische Bevölkerung nicht von den Vertreibungen des frühen 15. Jahrhunderts verschont blieb. Daher wurde das Gebäude vermutlich nur kurze Zeit als jüdischer Versammlungsort und jüdisches Gebetshaus verwendet. Nach 1420 wurde es profaniert. Das Gebäude wurde in der Folge immer wieder für neue Verwendungen angepasst und dabei teils stark umgebaut. Zuletzt stand die Synagoge leer, es wurden nur die notwendigsten Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

    Die Nikolauskapelle, für die die Synagoge lange gehalten wurde, wurde 1248 urkundlich erwähnt, 1485 in einer Urkunde am (Haupt)Platze lokalisiert. Im Dezember 1938, bereits nach dem „Anschluss", wurde die Synagoge als „erhaltenswertes kunstgeschichtlich hervorragendes kirchliches Bauwerk mit einem gotischen Rippengewölbe im Inneren“ unter Denkmalschutz gestellt. Die Verwechslung bestand bis in die 1980er-Jahre, ehe der ungarische Kunsthistoriker Dávid Ferenc 1984 erstmals die gängige Meinung in Frage stellte. Aber bereits in den Stadtchroniken von Carl Klose aus dem Jahr 1855 und von Josef Christelbauer aus dem Jahr 1920 wurde das Gebäude mit der Synagoge der mittelalterlichen Gemeinde in Verbindung gebracht.

    Das 360° VR Bild des Innenraumes erhalten Sie durch Anklicken des Brillensymbols in der NavigationsLeiste unten rechts
    oder wenn dieser Textlink "Innenraum 360° VR" angeklickt wird.

    Foto © Gerhard Sindelar, beyondarts.at, connecting culture and tourism