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    Ortsspaziergang Eckartsau

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    Der Marchfeldschutzdamm

    Eine Jahrhundertleistung

    Der Marchfeldschutzdamm, auf dem Sie hier stehen, ist aus technischer, wirtschaftlicher und ökologischer Sicht ein bedeutendes Landschaftselement für das Marchfeld!

    Die Donau und ihre katastrophalen Überschwemmungen geben im 19. Jahrhundert das Startsignal für den Bau der Dammanlagen. Die immer wieder auftretenden Überflutungen richten in den Vorstädten Wiens und im Marchfeld unvorstellbare Schäden an. Die Jahrhundertkatastrophen der Jahre 1830 und 1862 veranlassen den Wiener Gemeinderat schließlich, eine Flussregulierung zu beschließen.   

    Am 14. Mai 1870 nimmt Kaiser Franz Josef I. persönlich den Spatenstich für die Donauregulierung und die Damm-Errichtung vor. Der so genannte "Durchstich" bei Nußdorf in Wien ist 1875 abgeschlossen, nun muss am Nordufer ein Damm von Wien bis zur heutigen Staatsgrenze in Angriff genommen werden: der Marchfeldschutzdamm. Mit unvorstellbarem Menschen- und Materialaufwand wird er 1884 bis Schönau, 1892 bis Witzelsdorf und schließlich 1902 bis Markthof fertig gestellt.

    Die nach Vollendung der Bauarbeiten nach Plänen der Architekten Max Hegele und August Rehak errichtete Gedächtniskapelle in Markthof erinnert an diese Jahrhundertleistung: Ein modernes Schutzsystem mit einer Gesamtlänge, von mehr als 65 km! Und wieder kommt Kaiser Franz Joseph I. und eröffnet die Kapelle am 10. Juni 1905 feierlich. 

    Wie gewaltig die Wassermassen sein können, lässt sich heute noch erahnen. Bei Normalwasserstand liegt die Donau rund 1,8 km entfernt in einem etwa 300 m breiten Flussbett. Bei großen Hochwässern heißt es tatsächlich „Land unter“! Dann wird der Schutzdamm zum neuen Ufer und die Donau dehnt sich auf über 2 km Breite aus und bedeckt Wiesen und Wälder.

    2018 wird begonnen, die mittlerweile in die Jahre gekommenen Dammanlagen zu sanieren, auf den neuesten technischen Stand zu bringen und somit den nachhaltigen Hochwasserschutz und einzigartigen Erholungsraum für rund 30.000 Menschen in 12 Gemeinden zu sichern.

    Foto, Text © Margit Neubauer