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    Ortsspaziergang Eckartsau

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    Schloss Eckartsau

    Schicksalsschloss der Habsburger

    Willkommen in der Markt- und Nationalparkgemeinde Eckartsau! Wir befinden uns vor einem Gebäude, dessen Geschichte vor mehr als 800 Jahren beginnt. Die einst mittelalterliche Wasserburg dient dem Adelsgeschlecht der Eckartsauer als Stammsitz und der Bevölkerung als Zufluchtsort. Nach wechselnden Besitzern erfolgt Anfang des 18. Jahrhunderts der Umbau in ein repräsentatives barockes Jagdschloss durch den böhmischen Hofkanzler Graf Kinsky mit Hilfe des berühmten Architekten Joseph Emanuel Fischer von Erlach. 360°VR Festsaal

    Nach der Übernahme der Habsburger Mitte des 18. Jahrhunderts wird das Schloss über 100 Jahre kaum genutzt. Die Bausubstanz leidet vor allem durch Hochwasser und Eisstöße, bis mit Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand um 1900 eine neue Ära beginnt. Der Neffe Kaiser Franz Josefs lässt das Schloss renovieren und mit elektrischem Licht, Zentralheizung und Toiletten mit Wasserspülung modern ausstatten. Noch heute kann man das Wappen des in Sarajewo ermordeten leidenschaftlichen Jägers und Denkmalschützers über dem Osttor betrachten.

    Doch in die Geschichte geht das Schloss als letzter Wohnsitz Kaiser Karls I. ein. Er muss zu Ende des ersten Weltkriegs nach nur zweijähriger Regierungszeit gemeinsam mit seiner Familie von Schönbrunn hierher übersiedeln. In den barocken Prunkräumen des Schlosses unterzeichnet der letzte Kaiser von Österreich am 13.November 1918 die Verzichtserklärung auf den ungarischen Thron. Es ist der letzte offizielle Staatsakt eines österreichisch-ungarischen Monarchen. Nur wenige Monate später muss die kaiserliche Familie am 23.März 1919 die Reise ins Schweizer Exil antreten. Was niemand für möglich hält, geschieht hier in Eckartsau: die fast 650 Jahre dauernde Herrschaft der Habsburger ist zu Ende.

    Heute wird Schloss Eckartsau von den Österreichischen Bundesforsten verwaltet und lädt mit Schlosscafé und Führungen von April bis Oktober zu einer spannenden Entdeckungsreise in die Vergangenheit ein.

    Foto, Text © Margit Neubauer