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    Ortsspaziergang Fischamend

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    Der geschäftige Getreideplatz

    Der 17. November 1673 ist für den Ort ein besonderer Tag. Der Markt Fischamend erhält ein von Kaiser Karl VI eigenhändig unterschriebenes Privilegium, jährlich zwei Jahrmärkte, bei denen auch Vieh gehandelt wird, und einen Wochenmarkt abhalten zu dürfen. Der allwöchentliche sogenannte Körnermarkt ist einer der wichtigsten Umschlagplätze für Getreide in Niederösterreich. Eine Gedenktafel mit historischem Mühlstein erinnert an dieses wichtige Ereignis.

    Der große Andrang macht es wohl nötig, einen zweiten Markttag „allergnädigst zu bewilligen“. In der Wiener Zeitung vom 4. Feber 1792 wird dies offiziell verkündet und man lädt alle freundschaftlich ein „welche an diesen zweien Wochenmarkttagen, Dienstag oder Donnerstag, einige Körner daselbst zu kaufen oder zu verkaufen Willens sind“.

    Und wo finden die Jahrmärkte mit Viehhandel, Rummelplatz, Schaustellern und Händlern aller Art, die Wochen- und Bauernmärkte statt? Natürlich hier, auf dem historischen Getreideplatz. Und speziell an den Markttagen, da wimmelt es im Ort vor Besuchern, Händlern und Fuhrleuten.

    Von alters her gibt es daher in Fischamend unzählige Einkehrgasthäuser. Neben dem regen Getreidehandel profitiert der Ort auch von der Nähe zur Kaiserstadt Wien und der direkten Lage an einer der wichtigsten Durchzugsstraßen im Reich, auf der die Post- und Reisekutschen regelmäßig verkehren.   

    Das seit dem Mittelalter bestehende Wirtshaus „Zum Goldenen Kreuz“ in unmittelbarer Nähe zum Getreidemarkt verfügt über einen großen Hof zum Abstellen der Fuhrwerke und ist daher besonders beliebt. Man erzählt sich, dass an manchen Tagen ein derartiger Zulauf an Fuhrleuten herrschte, dass diese sogar in der Gaststube auf Bänken übernachten mussten. Heute ist das zum Glück nicht mehr nötig, Fischamend bietet seinen Gästen vielfältige Möglichkeiten zur gemütlichen Einkehr.

    Wir hoffen, unsere Geschichten haben Ihnen gefallen und laden Sie zum Abschluss ein, noch einen Blick auf die interessanten Schautafeln zur römischen Geschichte des Ortes zu werfen.

    Bis bald in Fischamend!

    Foto, Text © Margit Neubauer
    Die Texte der Hörgeschichten entstanden mit freundlicher Unterstützung von Prof. Adalbert Melichar, Ing. Rudolf Ster und Barbara Marangoni.