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    Ortsspaziergang Fischamend

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    Fischamend – die Stadt der Mühlen

    Herrschafts-Mühle, Karr-Mühle, Hoffmann-Mühle, Dominikaner-Mühle, Hungarische Mühle .. es gab wahrlich genug Mühlen in Fischamend. Zur Hochblüte betrieb man hier 8 fixe Mühlen, dazu kamen noch 18 Schiffsmühlen auf der Donau.   

    Hier in der Kleinen Au macht man sich schon früh das Wasser des Fischaflusses und seiner verzweigten Fischa-Arme nutzbar. Das Gefälle vor der Mündung in die Donau ist wie geschaffen dafür, die Mühlräder anzutreiben. Erstmals ist bereits 1224 in einer Urkunde von einer Mühle in Fischamend die Rede.

    Der Getreidehandel wird rasch zum wichtigsten Wirtschaftszweig, 1673 erhält Fischamend das begehrte Marktrecht. Im Heimatmuseum ist das von Kaiser Leopold I. eigenhändig unterzeichnete Privilegium heute noch zu bewundern. Bauern im Turmmuseum

    Seit dem 16. Jahrhundert werden an der Donau auch die für die Mühlenindustrie so wichtigen Mühlsteine gebrochen und von Fischamend aus bis ans Schwarze Meer geliefert.  Am Ende Ihres Spaziergangs, auf dem Getreideplatz, werden Sie noch einen originalen Zeitzeugen bewundern können. Bis heute weisen Straßennamen, Denkmäler und Schautafeln auf die florierende Mühlenwirtschaft hin, viele der Mühlengebäude und Wehranlagen sind erhalten geblieben.

    Der Name Fischa stammt vermutlich vom althochdeutschen Wort "viscaha", das ungefähr mit "Fischwasser" übersetzt werden kann.  Als glasklares Bächlein entspringt der rund 35 km lange Fluss in Haschendorf bei Wiener Neustadt und nimmt auf seinem Weg die Piesting und weitere Nebengerinne auf. Hier bei den „3 Stegen“ fließen alle Arme der Fischa zusammen, um dann geeint bei Maria Ellend in der Donau zu münden. Übrigens: Bis zur großen Donauregulierung mündete die Fischa bei Fischamend in die Donau.

    Es gibt kaum ein lauschigeres Plätzchen als das Fischa-Delta in der Kleinen Au, das zu allen Jahreszeiten mit dem stetig strömenden Wasser, der würzigen Waldluft und der reichen Fauna und Flora ein beeindruckendes Naturschauspiel liefert – und das praktisch mitten im Stadtzentrum!

    Foto, Text © Margit Neubauer
    Die Texte der Hörgeschichten entstanden mit freundlicher Unterstützung von Prof. Adalbert Melichar, Ing. Rudolf Ster und Barbara Marangoni.