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    Ortsspaziergang Fischamend

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    Fischamender Industriewaren

    in der ganzen Welt bekannt

    Zu Beginn des 19. Jahrhunderts haben die Mühlen ausgedient und viele Gebäude werden zu Industrieanlagen umgebaut. Die Lage Fischamends, der Bestand an industriell nutzbaren Bauten und der Wasserreichtum bieten besonders für Metallverarbeitung und Textilindustrie optimale Voraussetzungen. Drei direkt an der Fischa gelegene Großbetriebe sichern über Jahrzehnte das Einkommen der örtlichen Bevölkerung und sorgen für gute Lebensbedingungen:

    Suschny und Söhne erzeugten stilvolle Metallwaren und Möbelbeschläge, die in der ganzen Monarchie guten Absatz fanden.  

    Die Fischamender Tuchfabrik - im Volksmund Tuchbude genannt – war ein Textilbetrieb mit eigener Spinnerei, Weberei, Färberei und Näherei, der bis zu 500 Menschen beschäftigte.

    Der Metallwarenbetrieb Schütz & Patry erlangte durch einen Gebrauchsgegenstand Weltruhm. Nicht nur in Österreich erfreute sich das berühmte „Herz-Besteck“ großer Beliebtheit.  Bis ins Jahr 1970 werden die Bestecke mit dem eingeprägten herzförmigen Logo in 60 verschiedene Länder exportiert.

    Darüber hinaus gab es viele weitere Fabriken in Fischamend. An einer davon – einer Baumwollspinnerei - war der Vater des bekannten Malers Emil Jakob Schindler beteiligt, dessen Tochter Alma Mahler durch ihre Ehen und Affären mit den berühmtesten Männern ihrer Zeit in die Geschichte einging.  Der Betrieb floriert und man entschließt sich, ihn auf den neuesten technischen Stand zu bringen. Nach der Modernisierung fehlt nur mehr die Versicherung und man erwartet am nächsten Tag die Versicherungskommission. Doch dazu soll es nicht mehr kommen: die Spinnerei geht in der Nacht zuvor in Flammen auf – ein entlassener Müllerbursche hat sie aus Rache in Brand gesteckt.

    Glücklicherweise kann sein Sohn zum gefragten Landschaftsmaler avancieren und somit finanziell unabhängig werden. Seine Motive findet er auch in den weitläufigen Fischa-Auen. Noch heute sind seine hier entstandenen Bilder im niederösterreichischen Landesmuseum zu bewundern.

    Foto: Essbesteck-Sortiment der Firma Schütz & Patry © Prof. Adalbert Melichar
    Text: Margit Neubauer
    Die Texte der Hörgeschichten entstanden mit freundlicher Unterstützung von Prof. Adalbert Melichar, Ing. Rudolf Ster und Barbara Marangoni.