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    Ortsspaziergang Fischamend

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    Wie Fischamend zu seinem Namen kam

    Willkommen in der Stadtgemeinde Fischamend, deren Name häufig Anlass zu Spekulationen gibt. Erinnert er tatsächlich an einen Fisch, den ein Jahrhunderthochwasser am Stadtturm aufgespießt hat? Immerhin weist der „Fisch am End“ der Turmspitze noch immer als Wetterfahne die Windrichtung an! Namensgebend ist aber wohl die Tatsache, dass hier die Fischa in die Donau mündet. Aus der vor 1000 Jahren gebräuchlichen Bezeichnung für Fischamündung, nämlich Viskahagemunde - wurde Fischamündt und schließlich Fischamend.

    Wie auch immer, der mächtige sechsgeschossige Fischaturm aus dem 13. Jahrhundert ist das Wahrzeichen der Stadt. 1728 wird er für die Straßendurchfahrt durchbrochen und dient bis 1978 als Torturm. Die handgefertigte Turmuhr zählt zu den ältesten noch in Betrieb befindlichen Uhren Österreichs. Bis 1927 wird der Turm als Gemeindestube und Nachtwächterwohnung genutzt und heute ist darin das sehenswerte Heimatmuseum 360°VR untergebracht.

    Ein legendäres Gasthaus befand sich einst gegenüber des Fischaturmes auf Hainburger Straße Nr. 1: „Der Weiße Schwan“. Dort residiert die elegante Hermine Merzendorfer, die „Frau Sacher von Fischamend“. Mit dampfender Zigarre im Mund begrüßt sie ihre illustren Gäste: Stramme Militärs, betuchte Bürgersleute, Mühlenbesitzer und Fabrikanten, Künstler und Literaten. Ihre Fischspezialtäten aus der nahen Donau waren weit über die Grenzen bekannt.

    So verwundert es nicht, dass sich in ihrem Gästebuch Fürsten, Minister und Diplomaten aus aller Herren Länder, Gelehrte und berühmte Künstler verewigt haben, wie ein Porträt der Gastwirtin in der Kronenzeitung vom 27. Juli 1939 anlässlich ihres 50jährigen Berufsjubiläums berichtet. Ihre Kochkünste werden dabei poetisch gerühmt:

    „Wir aßen Wels und Hecht mit Butter, oh, Herr, das war ein feines Futter."

    Bis heute erzählt man sich von rauschenden Festen im Weißen Schwan, von Maskenbällen, Tanzkränzchen und Konzertabenden – über viele Jahrzehnte veranstaltet von der beliebten und unvergessenen „Frau Sacher“ von Fischamend.

    Foto, Text © Margit Neubauer
    Die Texte der Hörgeschichten entstanden mit freundlicher Unterstützung von Prof. Adalbert Melichar, Ing. Rudolf Ster und Barbara Marangoni.