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    Ortsspaziergang Marchegg

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    Schloss Marchegg

    Königsburg und Storchenparadies!

    Schloss Marchegg liegt mitten im Naturjuwel der Marchauen, umringt von naturnahen Auwäldern und direkt neben Mitteleuropas größter auf Bäumen brütender Weißstorch-Kolonie. Die Stadt mit ihrem Schloss hat eine Jahrhunderte alte Geschichte, von der wir Ihnen auf diesem Spaziergang erzählen wollen.

    Wir, Ottokar von Gottes Gnaden, König von Böhmen, Herzog von Österreich und Steiermark und Markgraf von Mähren, allen Gruß und alles Gute!“ So beginnt der Text der Patronatsurkunde von Přemysl Ottokar II. aus dem Jahr 1268, dem offiziellen Gründungsjahr von Marchegg. Mit dem Bau der damals größten befestigten Stadtanlage Mitteleuropas wird schon früher begonnen. Die Sicherung der direkt an der ungarischen Grenze gelegenen Stadt ist eine für die politischen Pläne des Böhmenkönigs wichtige Maßnahme.

    Von der Bedeutung der Stadtanlage weiß auch Franz Grillparzer in „König Ottokars Glück und Ende“ zu berichten, indem er den Böhmenkönig sagen lässt: „Marchegg, so soll man mir die Stadt auch nennen, die ich dort baun will zu des Siegs Gedächtnis! Marchegg soll sein der Markstein meines Glücks.“

    Aus der Stadtburg mit Palas und Wassergraben entsteht durch Umbauten im Laufe der Jahrhunderte das heutige Barockschloss. Herrschaftsbesitzer nach dem Tod Ottokars ist unter anderem Graf Niklas Salm, der es als Dank für die Befreiung Wiens aus der Türkenbelagerung erhält. Die letzten drei Jahrhunderte bis zum 2. Weltkrieg residiert hier die Fürstenfamilie Pállfy ab Erdöd, die dem Schloss sein barockes Aussehen gibt. In der Nachkriegszeit verhindern die Marchegger Bürger den drohenden Abriss – seitdem ist Schloss Marchegg im Besitz der Stadtgemeinde. Im Zuge der Generalsanierung zur Niederösterreichischen Landesausstellung 2022 wird es aus seinem Dornröschenschlaf geholt und generalsaniert.

    Und nun begeben Sie sich mit uns auf eine kleine Reise in vergangene Zeiten rund um die ehemals drei km lange und zum Großteil bis heute erhaltene mittelalterliche Stadtmauer. Nach wenigen Schritten erreichen Sie die Reste des ehemaligen Wienertores. Übrigens: erst 1802 hat dort der letzte Türmer als Brandmelder ausgedient.

    Foto, Text © Margit Neubauer