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    Ortsspaziergang Petronell-Carnuntum

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    Die spannende Geschichte der Rundkapelle

    Die Johanneskirche, meist als Rundkapelle 360° VR bezeichnet, ist eine der bedeutendsten romanischen Rundkirchen in Österreich. Um 1150, in der Zeit des zweiten Kreuzzuges, wird sie als Raststätte für Kreuzritter erbaut, die zur Eroberung Jerusalems ins Heilige Land ziehen. Ab dem 15. Jahrhundert dient sie bis heute als Gruft für verstorbene Mitglieder der herrschaftlichen Familie und wichtiger Würdenträger.

    Im Jahr 1700, als die Rundkapelle noch als Kirche genutzt wird, gewährt der Papst allen Gläubigen, die am 24. Juni, dem Johannestag, den Gottesdienst in der Johanneskirche besuchen und die Kommunion empfangen, einen vollkommenen Ablass ihrer Sünden. Möglicherweise ersparten sich einige Gemeindebürger damit das ewige Schmachten im Fegefeuer.

    Ein anderer Petroneller hingegen kann zwar seiner irdischen Strafe entgehen, aber vielleicht nicht der göttlichen: Die Ortschronik berichtet von einem Vorfall im Jahre 1416, als der Untertan Steffan Peschl zwei Männer erstochen hatte und sich in der Rundkapelle bis zur Gerichtsverhandlung in Sicherheit brachte, um so vor Racheakten geschützt zu sein. Schließlich muss sich der des Mordes Angeklagte am Gerichtstag verantworten. Peschl und seine Zeugen bestreiten allerdings den Mord. Die beiden Männer seien in einem rechtmäßig angesagten Duell getötet worden - nach den herrschenden Rechtsbegriffen keine unehrenhafte Tat! Der Richter schließt sich dieser Meinung an und spricht den Angeklagten frei.

    Sie sehen: Könnte die altehrwürdige Rundkapelle sprechen, sie hätte bestimmt noch viele weitere spannende Geschichten zu erzählen.

    Damit endet der Petroneller Ortsspaziergang - Schön, dass Sie uns zugehört haben! Verweilen Sie doch noch in unserem hübschen Ort, besuchen Sie den nahen Nationalpark Donau-Auen oder die Römerstadt Carnuntum und kehren in unsere gemütlichen Gasthäuser, Cafés oder Winzerbetriebe ein.

    Foto, Text © Margit Neubauer
    Die Texte der Hörgeschichten entstanden mit freundlicher Unterstützung von Jan Margl und Erwin Schübl.