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    Ortsspaziergang Petronell-Carnuntum

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    Schloss Petronell im Wandel der Zeit

    Zwischen den mächtigen Ruinen der verlassenen Zivilstadt Carnuntums entsteht vor circa 1000 Jahren eine kleine Siedlung, die sich im Mittelalter zu einem stattlichen Dorf entwickelt. Für die meisten Einwohner heißt das damals, sich selbst zu versorgen und Abgaben an die Grundherren zu leisten. Der Sitz der Herrschaft ist das zum Teil auf römischen Fundamenten gebaute Schloss Petronell, das im Mittelalter noch als Burg ausgebaut ist.

    Hier residiert auch der Grundherr Hugo von Petronell, dem König Konrad III im Mai 1142 den Markt Petronell mit allem Zubehör als freies Eigen überträgt. Zu Petronell gehört nämlich auch umfangreicher Grundbesitz, der sich von der Donau im Norden bis zur Leitha im Süden erstreckt, sowie Fischerei und Jagdrechte umfasst. Außerdem wird Petronell die Abhaltung eines Marktes erlaubt. Dieses an Hugo erteilte Marktrecht macht Petronell-Carnuntum zu einer der ältesten Marktgemeinden in Österreich.

    Seine heutige Gestalt erhält das Schloss Petronell im Laufe des 17. Jahrhunderts. Für den Ausbau des Herrschaftssitzes engagiert Ernst Graf von Abensperg-Traun, der die Besitzerin des Schlosses, Katharina Ursula von Weber, geheiratet hatte, berühmte Baumeister und Künstler seiner Zeit. Aus der mittelalterlichen Burg wird daraufhin ein Schloss im Frühbarock-Stil. Heute befindet sich das Schloss in Privatbesitz und wird in Teilabschnitten restauriert.

    Übrigens: Wussten Sie, dass der erste Liechtensteiner ein Petroneller war? „Unser“ Hugo von Petronell ließ sich bei Mödling eine Burg bauen, die er nach dem Baumaterial, dem „lichten Stein“, benannte. Stolz auf sein Werk nannte sich Hugo von Petronell von jetzt an Hugo von Liechtenstein. Sein Nachfahre Hans-Adam II. von Liechtenstein ist viele Generationen später heute das aktuelle Oberhaupt des Fürstentums Liechtenstein.

    Klicken Sie in der Navigationsleiste (unten rechts) auf 360°VR und erleben sie die prächtige Sala Terrena.

    Foto, Text © Margit Neubauer, foto 360°beyondarts GmbH, Gerhard Sindelar
    Die Texte der Hörgeschichten entstanden mit freundlicher Unterstützung von Jan Margl und Erwin Schübl.